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Unterwilflingen

Wappen von Unterwilflingen

Wappen Unterwilflingen

Sehr interessant ist, wie Unterwilflingen zu seinem Wappen kam. Bereits Anfang des Jahres 1948 wurde vom Wappenarchiv Dochtermann in Stuttgart ein Ortswappen auf geschichtlicher Grundlage geschaffen, das auch die Billigung des Direktors des Württembergischen Hauptstaatsarchivs fand. Auf rotem Grund war ein silberner Pfahl und darin drei schwarze Kugeln übereinander vorgesehen. Zu diesem Wappen der Gemeinde Unterwilflingen wurde von der Firma Dochermann folgendes festgehalten:

Wappenbeschreibung
In Rot ein silberner Pfahl, darin drei schwarze Kugeln übereinander.

Sinndeutung und Begründung
Die Farben Rot Silber sind aus dem Wappen der Herren von Wilfingen (Wulvelingen) und ebenso die Schildfiguren und das Heroldsbild. Der silberne Pfahl in Rot ist kalisch: ur wit ruoth = Urgesetz und Recht. Pfahl kommt vom ahd phal = fanal = Zeuger Sonnenfeuer = Gott Urfyr = der Eine, Anse. Das Wesen des Hohen kündet sich in der Feuerkugel des Rechts, d. i. im Sonnenrecht. Die Kugeln sind schwarz. Diese Farbe verhüllt alle Farben. Sie bedeutet in esoterischer Betrachtung das tiefste Ergründen". Im württ. Urkundenbuch IV 360 ist ein Godebrecht von Wilvelingen genannt, dessen Wappen im Adels- und Wappenbuch von Alberti S. 1063 verzeichnet ist.

Geschichtliches
Unterwilflingen (1153 Wilvelingen, vom Personennamen Wulfilo) wird noch im 14. Jahrhundert gelegentlich von Oberwilflingen nicht unterschieden. Der Name eines Ortsheiligen wird schon 1153 genannte. Der Ort Wilflingen wird 1270 bei einer Schenkung an das Kloster Kirchheim im Ries genannt. 1280 wird zuerst Unterwilflingen, 1311 Oberwilflingen erwähnt. Beide Orte sind alter öttingischer Besitz. Seit 1280 ist Kloster Kaisheim hier begütert, später auch der Deutschorden und das Domkapitel von Augsburg, sodann das Kloster Zimmern. Oberwilflingen hat eine stattliche Kapelle zum hl. Leonhard (1750 - 1760). Deckenbilder von Echter 1875. Zu ergänzen ist, dass offensichtlich der durch eine Urkunde nachgewiesene Godebrecht von Wulvelingen im Jahre 1153 mit einem Wappen gesiegelt hat, das diesem Vorschlag zugrunde gelegt wurde.

Wie kam es nun zu dem heutigen Wappen?
Vom Gemeinderat Unterwilflingen wurde es offensichtlich unterlassen, einen Antrag auf Genehmigung des Wappens zu stellen, weil dort der Vergleich mit einer Blinden- bzw. einer Verkehrsampel aufgekommen ist. Das Wappenarchiv Dochtermann stellte seinerzeit fest:
"Da aber ein Ortswappen auch dem Herrn Ortsvorsteher und den Herren Gemeinderäten gefallen muß, bin ich bereit, Ihnen einen weiteren Vorschlag auszuarbeiten, zu dem Sie dann Stellung nehmen können. Die Kosten für einen Neuentwurf betragen regulär DM 40,-. Da Sie aber den ersten Entwurf vom Februar 1948 bereits bezahlt haben, wenn auch mit RM 40,- würde Sie der jetzige Neuentwurf nichts kosten."

Am 1. Februar 1952 lag dann der Gemeinde der zweite Vorschlag vor:
"Die geschichtliche Begründung des Vorschlags ist: Unterwilflingen war alter öttingischer Besitz. Das Wappen der Fürsten von Öttingen hat einen blauen Herzschild, der überlegt ist von silbernem Schragen. Neben dieser geschichtlichen Ausdeutung erinnert aber der Entwurf auch an den Kirchenheiligen Unterwilflingens, den hl. Andreas, weil der silberne Schragen auch als Andreaskreuz in der Fachsprache läuft."

Am 18. 02.1952 wurde nach vorheriger Beratung im Gemeinderat dieser Wappenentwurf bestellt. Am 19. Juli 1952 wurde vom Innenministerium Württemberg-Baden der Gemeinde Unterwilflingen das Recht zur Führung eines Gemeindewappens mit folgendem Beschrieb verliehen: "In blauem Schild ein silbernes Schrägkreuz (Andreas-Kreuz)"

Weitere Informationen

Das Wort "Wappen" stellt die niederdeutsche Sprachform des Wortes "Waffen" dar. Es tauchte erstmals im 12. Jahrhundert in der speziellen Bedeutung von "Waffenzeichen" auf. Die ersten Wappen sind Zeichen mit Fernwirkung, die auf Schild, Helmen, Rüstungen, farbigen Bannern und Pferdedecken angebracht wurden.

Als umfassende Kulturerscheinung verbreitete sich das Wappenwesen sehr schnell über die Kreise des Adels hinaus, und schon im 15. Jahrhundert lassen sich sehr viele bürgerliche Wappen nachweisen.

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