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Gemeinde Unterschneidheim (Druckversion)

Neues aus dem Rathaus

Freiwillige Feuerwehr Unterschneidheim

Gelungene Hauptübung in Zöbingen  auch bei strömendem Regen
Freiwillige Feuerwehr Unterschneidheim zeigt Menschenrettung aus Halle und Auto
Beförderung und Ehrung für aktive Feuerwehrkameraden

Auch ein pünktlich zu Beginn der diesjährigen Hauptübung der Unterschneidheimer Freiwilligen Feuerwehr im Zöbinger Gewerbegebiet einsetzender strömender Regen konnte am vergangenen Samstagabend die von Gesamtkommandant Anton Liebhaber, seinem Stellvertreter Matthias Handschuh, dem neuen Zöbinger Abteilungsleiter Kevin Krämer und dem gesamten Feuerwehrteam samt dem Malteser Hilfsdienst bestens geplante 46. Hauptübung   auf dem Gelände des Autohauses Zeller  nicht stören.
Und auch die rund 150 kleinen und großen interessierten Zaungäste, darunter Bürgermeister Nikolaus Ebert, Ortsvorsteher, Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie Mitglieder der Altersabteilung der FFW Unterschneidheim,  störte der Regen nur minimal, hatten sie doch unter einem  weitreichenden  Vordach einer gegenüberliegenden Halle eine gute Sicht auf das ganze Szenario der zweigeteilten Übung, die erstmals von dem im März neugewählten Kommandanten der Abteilung Unterschneidheim, Stefan König, sachlich und hervorragend moderiert wurde, indem alle wichtigen Abläufe der Rettung von Menschenleben aus einer fiktiv „brennenden“ Halle und später aus einem Auto fachgerecht erläutert wurden.
Ausgangspunkt der ersten Übung war, dass im Autohaus Zeller ein Brand ausbricht und fünf bis sechs Personen in der verrauchten Werkstatt eingeschlossen seien, wobei ein aufmerksamer Nachbar den Brand bemerkte und Alarm auslöste. Die Abteilung Zöbingen rückte als erstes Team mit ihrem LF 10/6 zum Einsatzort aus, legte eine Rohrleitung von ihrem eingebauten Tank zur Werkstatt und sorgte danach für den Wassernachschub per Anschluss über den nächstgelegenen Hydranten.  Die ersten beiden Angriffstrupps der Abteilung Zöbingen  rückten zur Werkstatt vor und begannen  mit der Suche nach den „Verletzten“. In der Zwischenzeit war schon die Abteilung Unterschneidheim mit ihrem MTW und dem Einsatzleiter Anton Liebhaber, dem zweiten Löschfahrzeug LF16/12 mit voller Mannschaftsstärke sowie dem im Oktober 2017 erworbenen und inzwischen schon öfters dringend  benötigten super modernen Gerätewagen Logistik 2 mit 2000 Meter B-Schläuchen eingetroffen. So konnten weitere Angriffstrupps mit jeweils zwei Mann mit Atemschutzgeräten in die Werkstatt einrücken und wurden von Sicherheitstrupps abgesichert, eine richtige Herausforderung für diese Einsatzleute. Die sechs „Verletzten“, darunter mit Brandwunden, Sprunggelenkfrakturen, Kopfplatzwunden und Atemstillstand wurden anfangs von Feuerwehrkameraden, später auch von zwei Männern  der Altersabteilung, zu dem in der Zwischenzeit auf dem Gelände der benachbarten Firma Schönherr von dem Malteser Hilfsdienst aufgebauten Zelt getragen, wo sie von der Gruppenführerin Sabrina Kirchner und weiteren fünf Helfern fachmännisch versorgt und betreut wurden. Alle „Verletzten“ waren Mitglieder des MHD und wurden auch zuvor entsprechend geschminkt.
Die Abteilung der FFW Unterschneidheim hatte inzwischen mit ihrem Gerätewagen GW-L2 bereits eine rund 500 Meter lange Schlauchleitung innerhalb von 8 Minuten von dem Brunnen an der Kreuzung Hauptstraße/ Balderner Straße zum Einsatzort gelegt – seine Wasserkapazität reicht für mehrere Schläuche für rund eine halbe Stunde aus -  und somit die weitere Wasserversorgung für das LF16/12 Unterschneidheim und LF10/6 Zöbingen  gesichert. All dies wurde von den Kameraden der Abteilung Zipplingen bei ihrer Einsatzbereitschaft  mit ihrem LF10/6 an der Zufahrt von der Landesstraße 1060 zum Gewerbegebiet Sparrenloh  abgesichert.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der ersten Übung, wobei noch mit Hilfe eines starken Ventilators  der Rauch aus der Halle von Süd nach Nord herausgeblasen wurde,  folgte das zweite angenommene Szenario, denn aufgrund des Brandes geschieht ein Verkehrsunfall, bei dem zwei Menschen in ihrem Auto eingeschlossen waren und nicht selbständig das Fahrzeug verlassen konnten. Jetzt rückte die Abteilung Unterschneidheim mit ihren beiden Fahrzeugen LF16/12 und LF8/6 aus, denn nur diese beiden Fahrzeuge besitzen eine fachgerechte Ausstattung, mit deren Hilfe eine patientengerechte Rettung vorgenommen werden kann, darunter einen hydraulischen Spreizer, eine Rettungsschere und einen hydraulischen Rettungszylinder, mit dessen Hilfe das Vorderteil eines Autos, nachdem es aufgebockt wurde,  nach vorne geklappt werden kann, um eventuell Personen mit durch die Pedale eingeklemmten Füße befreien zu können. Das Autohaus Zeller hatte einen Fiat Punto bereitgestellt, der nach allen Regeln der Kunst und mit entsprechender Schutzkleidung  fachmännisch zerlegt wurde, wobei die Türen und  Scheiben herausgeschnitten wurden und das Dach komplett nach hinten geklappt wurde. So einfach kann man ein Cabrio erzeugen!  Demonstriert wurde dabei, wie die beiden im Auto eingeschlossenen  Personen sowohl betreut als auch mit einer Spezialfolie geschützt wurden. Scharfkantige Autoteile wurden mit Pylonen abgesichert und Feuerwehrkameraden standen bereit, um notfalls einen Brand löschen zu können. Auch hier wurden die beiden „Verletzten“ in enger Zusammenarbeit mit den Maltesern dem MHD zur weiteren Versorgung übergeben.
Bei der anschließenden Übungskritik in der Zöbinger Turnhalle hieß Gesamtkommandant und Einsatzleiter Anton Liebhaber alle rund 54 am Einsatz beteiligten Feuerwehrkameraden, die Mitglieder des MHD samt den „verletzten“ Jugendlichen  und die Gäste willkommen und dankte ihnen für ihren Einsatz.  Sein Dank galt insbesondere dem Autohaus Zeller für die Bereitstellung des Übungsobjektes und des Unfallautos, seinem Abteilungskommandanten Stefan König für seine hervorragende Moderation und der Abteilung Zipplingen für die anschließende Bewirtung in der Halle. Sein Fazit war, dass die beiden Übungen, trotz des teilweise starken Regens, mit Bravour gemeistert wurden. Auch Johannes Joas vom MHD Unterschneidheim betonte, dass es für den MHD eine doppelte Herausforderung gewesen sei und die Kommunikation mit der Einsatzleitung gut geklappt habe.

Beförderung und Ehrung
Kommandant Anton Liebhaber konnte danach Hauptfeuerwehrmann Arno Kleinhans nach bestandenem Gruppenführerlehrgang zum Löschmeister befördern. Die beiden Kameraden Berthold Frank und Gregor Forner wurden für ihre jeweils mindestens 15 Jahre aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr mit dem Feuerwehrehrenzeichen  in Bronze geehrt. Verabschiedet aus dem Gesamtausschuss der FFW Unterschneidheim wurde Karl Otto Feile, der im Januar 2009 stellvertretender Abteilungskommandant in Zöbingen wurde, danach im März 2009 den Gruppenführerlehrgang und im Januar 2011 den Zugführerlehrgang besuchte und im Januar 2014 Nachfolger von Thomas Taglieber als Abteilungskommandant Zöbingen wurde. In seiner Amtszeit wurde das LF10/6 beschafft, das Gerätehaus umgebaut und eine Fahrzeughalle errichtet. Unvergessen bleibt seine Mitgliederwerbung, als er 2016 sage und schreibe 16 neue Mitglieder für die Abteilung Zöbingen anwerben konnte. Mit einem Präsent wurde Karl Otto Feile aus dem Gesamtausschuss verabschiedet, aber er bleibt der Abteilung Zöbingen als Zugführer erhalten. Anton Liebhaber verwies noch auf die Hocketse der Abteilung Zipplingen am 18./19. Mai, auf die Hocketse am 25./26. Mai der Abteilung Zöbingen, auf das Feuerwehrfest am 10./11. August in Wössingen und auf das Sirenenfest am 17./18. August der Abteilung  Unterschneidheim.

Text und Fotos: Horst Blauhut, Tannhausen
 

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