Neues aus dem Rathaus
Hubschraubereinsatz im Ostalbkreis gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners
Wie bereits berichtet, kam es in Teilen des Ostalbkreises letztes Jahr wieder zu einer starken Verbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS). Besonders betroffen waren das Stadtgebiet Aalen, Wälder im Bereich der Gemeinden Kirchheim, Tannhausen und Unterschneidheim und der Wald rund um die Deponie Ellert.
Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Denn ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und durch Luftströmung weitergetragen werden. Diese Brennhaare lösen eine allergische Reaktion aus, die sehr unterschiedlich ausfallen kann. Zu den Symptomen gehören Hautausschläge mit Juckreiz und Brennen. Reizungen an Mund- und Nasenschleimhäuten können zu schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinerscheinungen wie Schwindel, Fieber und Müdigkeit auf.
Zudem erleiden Eichen starke Blattverluste durch den Fraß der Raupen, den die Bäume auf Dauer nicht kompensieren können, was bis zum Absterben führen kann.
Aufgrund des letztjährigen Befalls und aktueller Befunde der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) muss auch dieses Jahr wieder mit starkem Auftreten der EPS-Raupen an Eichen gerechnet werden. Obwohl der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Wald in der Regel vermieden wird, stellt er ein individuell abzuwiegendes und rechtlich zulässiges Notfallinstrument dar. Im Sinne einer entsprechenden Güterabwägung haben die beteiligten Behörden entschieden, dass bestimmte Eichenwälder mit dem biologischen Biozid Foray ES bzw. dem Pflanzenschutzmittel Mimic vom Hubschrauber aus behandelt werden können. Die Auswahl der Waldflächen erfolgte unter fachkundiger Anleitung der FVA und in Abstimmung mit Wasser- und Naturschutzbehörden.
Befliegung am Freitag, 8. Mai
Der Befliegungstermin ist abhängig von Witterung, Eichenaustrieb und Larvenentwicklung. Die FVA hat heute (6. Mai 2026) grünes Licht gegeben, dass die Voraussetzung für eine Befliegung vorliegen. Aufgrund aktueller Wetterprognosen findet die Befliegung nun am Freitag, 8. Mai 2026 statt.
Die Besprühung wird von einem sachkundigen und erfahrenen Hubschrauberpiloten durchgeführt. Der Hubschrauber fliegt dicht über den Eichen und bringt die Mittel in Wasser gelöst als Sprühnebel auf den Kronen aus. Der Sprühnebel ist eine Wasser-Öl-Emulsion. Ausgebracht werden ca. 5 ml je m². Insgesamt werden im Kreis rund 300 Hektar Waldfläche behandelt, dies entspricht etwa 0,5 Prozent der Gesamtwaldfläche im Ostalbkreis. Karten der Behandlungsgebiete können unter www.ostalbkreis.de/wald in der Rubrik „Eichenprozessionsspinner“ eingesehen werden.
Die Befliegung startet gegen 10:00 Uhr im Raum Unterschneidheim/Tannhausen/Kirchheim, wird gegen 15:00 Uhr im Stadtgebiet Aalen fortgesetzt und endet voraussichtlich gegen 18:30 Uhr nach Befliegung des Bereichs um die Deponie Ellert bei Essingen/Mögglingen.
Im Raum Unterschneidheim landet der Hubschrauber in Zipplingen auf dem Parkplatz bei der Turnhalle, weshalb dieser teilweise abgesperrt wird.
Biozid und Pflanzenschutzmittel sind für Mensch unschädlich
Die Landkreisverwaltung weist nochmals darauf hin, dass die eingesetzten Sprühmittel, dies sind das Biozid Foray ES mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis ssp. kurstaki und das Pflanzenschutzmittel Mimic mit dem Wirkstoff Tebufenozid, für Menschen unschädlich eingestuft sind. Auch sind für beide Präparate keine schädlichen Auswirkungen auf Menschen, Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische bekannt.
Betroffene Waldbereiche werden ganztägig gesperrt
Als Sicherheitsvorkehrung werden die Waldflächen am 8. Mai 2026 ganztägig gesperrt. Im Befliegungsbereich dürfen sich keine Personen aufhalten. Bitte beachten Sie die ausgeschilderten Sperrungen und Hinweisschilder und die Anweisungen der Sperrposten. Es kommt außerdem zu kurzfristigen Straßensperrungen von wenigen Minuten. Ebenso gesperrt werden muss die Zufahrt zur Deponie Ellert, voraussichtlich für rund 30 Minuten im Zeitraum zwischen 17:00 und 18:30 Uhr. Anlieferer werden gebeten, dies bei ihrer Planung zu berücksichtigen.


